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Wie viel Prozent Führung braucht ein Mitarbeiter?

Heute Morgen saß ich in einem Akquisegespräch mit der ersten und zweiten Führungsebene eines Unternehmens. Es ging um Entwicklung, um Performance, um Verantwortung. Mitten im Gespräch kam eine scheinbar einfache Frage auf den Tisch:

„Wie viel Prozent ihrer Zeit sollte eine Führungskraft eigentlich für Führung aufwenden?“

Noch konkreter wurde nachgehakt:

„Wie viel Prozent pro Mitarbeiter?“

Eine der Führungskräfte antwortete nach kurzem Überlegen: „15 Prozent pro Mitarbeiter.“
Auf meine Rückfrage ergänzte er: „Ich habe 19 Mitarbeitende.“

Rechnen wir das kurz durch. 15 Prozent von 100 Prozent Arbeitszeit – multipliziert mit 19 Mitarbeitenden. Das ergibt 285 Prozent. Selbst mit mathematischer Kreativität wird klar: Dieses Modell funktioniert nicht. Und genau hier beginnt die eigentliche Diskussion.

Der Denkfehler hinter der Prozentfrage

Die Frage nach Prozenten ist verständlich. Sie vermittelt Struktur, Planbarkeit und Steuerbarkeit. Doch sie enthält bereits einen Denkfehler: Führung ist keine additive Rechenoperation pro Kopf. Führung ist nicht 15 Prozent je Mitarbeiter, sondern ein Zusammenspiel aus individueller Begleitung, Teamführung, strategischer Ausrichtung, Kommunikation und Selbstführung. Wer versucht, Führung rein proportional zur Mitarbeiterzahl zu berechnen, übersieht die qualitativen Unterschiede zwischen Rollen, Erfahrungsständen und Organisationsstrukturen.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht:

Wie viel Prozent pro Mitarbeiter?

Sondern:

Welche Art von Führung braucht mein System – und wie intensiv?

Kleine Unternehmen: Nähe ersetzt keine Führungszeit

In kleinen Unternehmen mit 5 bis 15 Mitarbeitenden ist die Führungsspanne meist überschaubar. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer arbeiten operativ stark mit, sind nah am Tagesgeschäft und im direkten Austausch mit ihren Teams.
Hier entsteht oft die Illusion, dass Führung „nebenbei“ passiert. Man sieht sich täglich, spricht regelmäßig, Entscheidungen werden informell getroffen. Doch Nähe ersetzt keine strukturierte Führung.

Gerade in kleineren Organisationen braucht es bewusst geplante Führungszeit für:

  • Zielklarheit und Priorisierung
  • Feedback und Entwicklungsgespräche
  • Rollenklärung
  • Konfliktbearbeitung
  • Zukunftsorientierung

Realistisch betrachtet sollten Führungskräfte in kleinen Unternehmen mindestens 30–50 Prozent ihrer Zeit in Führungsarbeit investieren, insbesondere wenn Wachstum, Veränderung oder strategische Neuausrichtung anstehen. Wer unter 20 Prozent bleibt, führt meist reaktiv statt gestaltend.

Mittelstand: Führung wird zur Kernaufgabe

Im klassischen Mittelstand mit 20 bis 100 Mitarbeitenden verschiebt sich die Dynamik deutlich. Hier entstehen Hierarchieebenen, Teamstrukturen und Spezialisierungen. Führung wird komplexer, weil Abstimmung und Koordination zunehmen.  Eine Führungskraft mit 10 bis 20 direkten Mitarbeitenden kann nicht 15 Prozent pro Person investieren – das ist strukturell unmöglich. Stattdessen muss sie zwischen drei Ebenen unterscheiden:

  1. Individuelle Führung (1:1-Gespräche, Entwicklung, Feedback)

  2. Teamführung (Meetings, Zielabstimmung, Kulturarbeit)

  3. Strategische Führung (Planung, Organisation, Prozessgestaltung)

In dieser Konstellation liegt ein sinnvoller Richtwert bei 40–60 Prozent Führungsanteil, wenn die Rolle wirklich als Führungsrolle definiert ist.

Führung nebenbei – etwa mit 20 Prozent Gesamtanteil – führt in dieser Größenordnung fast zwangsläufig zu Überlastung, Konflikten und Intransparenz.

Große Organisationen: Führung wird Systemarbeit

In größeren Unternehmen oder Konzernstrukturen mit mehreren Ebenen verändert sich die Führungslogik erneut. Hier führen Führungskräfte häufig andere Führungskräfte. Der direkte Anteil individueller Gespräche pro Mitarbeiter sinkt, während strategische Abstimmung, Bereichskoordination und kulturelle Steuerung an Bedeutung gewinnen.
Prozentual kann der Führungsanteil hier bei 60–80 Prozent liegen – allerdings verteilt auf andere Schwerpunkte. Die operative Mitarbeit tritt zunehmend in den Hintergrund.

Entscheidend ist nicht die Prozentzahl – sondern die Führungsreife

Die reine Mitarbeiterzahl ist jedoch nur ein Faktor. Ebenso relevant sind:

  • Reifegrad des Teams
  • Qualifikationsniveau
  • Eigenverantwortung
  • Veränderungsdynamik
  • Marktdruck
  • Konflikthäufigkeit

Ein eingespieltes, erfahrenes Team benötigt weniger operative Begleitung als ein neu zusammengesetztes oder wachsendes Team. Ein Unternehmen in stabilen Märkten braucht weniger intensive Steuerung als eines im Transformationsprozess. Die richtige Führungszeit ist also keine fixe Kennzahl, sondern eine strategische Entscheidung.

Ein pragmatischer Orientierungsrahmen

Statt „15 Prozent pro Mitarbeiter“ empfehle ich folgende Denkweise:

  1. Definieren Sie  klar, ob Ihre Rolle primär Führung oder Facharbeit ist.

    Wenn Sie offiziell Führungskraft sind, sollten mindestens 40 Prozent Ihrer Zeit echte Führungsarbeit sein.

  2. Planen Sie strukturierte Führungsformate ein.

    Regelmäßige 1:1-Gespräche (z. B. 60 Minuten pro Monat pro Mitarbeiter), Teammeetings, Strategierunden.

  3. Unterscheiden Sie  zwischen Steuerung und Entwicklung.

    Führung ist mehr als Aufgabenverteilung. Entwicklung braucht Raum.

  4. Überprüfen Sie Ihre tatsächliche Zeitverwendung.

    Viele Führungskräfte überschätzen ihren Führungsanteil massiv.

Eine ehrliche Selbstreflexion

Wenn eine Führungskraft mit 19 Mitarbeitenden glaubt, sie könne 15 Prozent pro Person investieren, zeigt das weniger ein Rechenproblem als ein Rollenproblem. Oft liegt der Kern woanders:

Führung ist nicht klar priorisiert. Operative Aufgaben dominieren. Delegation ist unzureichend. Selbstführung ist nicht stabil genug.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht:

Wie viel Prozent sollte ich investieren?

Sondern:

Wie viel Führung braucht mein System aktuell  und bin ich bereit, dafür Raum zu schaffen?

Meine Empfehlung

Wer es konkret für sich klären möchte, sollte drei Schritte gehen:

  1. Eine ehrliche Zeitanalyse der letzten vier Wochen durchführen.

  2. Die strategischen Anforderungen der nächsten zwölf Monate betrachten.

  3. Den Reifegrad des eigenen Teams realistisch einschätzen.

Auf dieser Basis lässt sich eine bewusste Entscheidung treffen, ob 30, 50 oder 70 Prozent Führungsanteil notwendig sind.

Denn eines ist sicher:

Führung passiert nicht automatisch.

Und sie passiert auch nicht in Prozent sondern in Qualität, Klarheit und Präsenz.

Vielleicht ist die wichtigste Erkenntnis aus diesem Gespräch heute Morgen nicht die mathematische Unmöglichkeit von 285 Prozent, sondern die Einladung, Führung endlich als das zu behandeln, was sie ist: eine eigenständige, anspruchsvolle Kernaufgabe.

Wenn Sie sich gerade fragen, wie viel Führungszeit Sie tatsächlich investieren dann ist das kein Zufall.

Die meisten Führungskräfte überschätzen ihren Führungsanteil deutlich. Gleichzeitig unterschätzen sie die Wirkung, die echte, bewusste Führungszeit auf Leistung, Motivation und Klarheit hat. Wenn Sie möchten, analysieren wir gemeinsam in einem kompakten 30-minütigen Strategiegespräch:

  • Wie Ihre aktuelle Zeitverteilung tatsächlich aussieht
  • Wo Führungszeit verloren geht
  • Wie Sie Führung systematisch priorisieren können
  • Und welcher Führungsanteil in Ihrer aktuellen Unternehmensphase sinnvoll ist

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Neujahrsvorsätze – Das neue Jahr kann kommen!

Wie Sie Vorsätze für das neue Jahr umsetzen und Realität werden lassen – ob als Unternehmer, Führungskraft oder einfach für sich selbst.

Für viele Menschen ist der Jahreswechsel die Zeit inne zu halten und sich Gedanken über das kommende Jahr zu machen. Mit dem Jahreswechsel ist die Motivation meist sehr hoch etwas zum Positiven zu verändern oder alte Gewohnheiten abzustreifen. Vorsätze werden gefasst – und doch nicht langfristig umgesetzt.

Gesünder leben, produktiver arbeiten und insgesamt glücklicher sein – motiviert starten wir ins neue Jahr und spätestens nach 3 Monaten haben wir diese Vorsätze vergessen – unser innerer Schweinehund lässt uns in den alten Verhaltensmustern verweilen.

Meist geht der Misserfolg auf verschiedene Ursachen zurück. Das Verheerende an nicht eingehaltenen Vorsätzen ist, dass sich die Konsequenzen nicht direkt zeigen. Im Außen gebrochene Vereinbarungen – also mit anderen Menschen – sind direkt sichtbar und haben Folgen – der unzufriedene Kunde, ein Mitarbeiter kündigt oder ein enttäuschtes Familienmitglied. Im Innen mit uns selbst fällt es nicht auf wenn wir Verträge mit uns nicht einhalten und die Vorsätze „unter den Tisch“ fallen lassen.

Hier einige Tipps für gelungene Vorsätze:

 

# Schritt 1 Beginnen Sie Ihr Erfolgstagebuch zu schreiben

Formulieren Sie Ihre Vorsätze und halten diese schriftlich fest.

Oft verlieren wir unsere Vorsätze aus den Augen, der Alltagsstress, neue Projekte oder veränderte Marktbedingungen lenken uns von unseren eigentlichen Zielen ab. Dabei hilft ein regelmäßig geführtes Tagebuch.

# Schritt 2 Ziele formulieren statt Vorsätze

Der Unterschied zwischen in der Neujahrsnacht getroffenen Vorsätzen und klaren Zielen für ein erfolgreiches Jahr liegt der Prüfbarkeit – vielen ist aus dem Berufskontext die SMART – Formel bekannt. Sie unterstützt mit fünf Kriterien die Zielsetzung:

Spezifisch, Messbar, Attraktiv, Realistisch und Terminiert.

SMART hilft dabei, Ziele so konkret zu formulieren, dass wir uns später nicht fragen müssen, wie sie eigentlich gemeint waren. Je konkreter die Formulierung schon vorgibt, was wir am Ende des Jahres erreicht haben wollen, umso konkreter können wir auch darauf hinarbeiten.

# Schritt 3 Realitätscheck

Meist lassen uns bei guter Stimmung oder in der Euphorie des Jahresstarts getroffene Vorsätze in die Falle unrealistischer Vorsätze tappen. Darum ist es wichtig die gewünschten Ziele auf ihre Umsetzbarkeit zu prüfen. Es geht hier nicht um die mit Anstrengung erreichbaren Ziele, sondern auszuschließen, dass wir nach 3 Monaten feststellen tatsächlich über die vorhandenen Möglichkeiten geplant zu haben.

# Schritt 4 Umsetzung

Nicht einzelne große Schritte bringen uns an unser Ziel, sondern es sind die regelmäßigen kleinen Schritte, die uns helfen  unsere Ziele zu erreichen. Es dauert mindestens 30 Tage um eine Routine zu verinnerlichen. Die Motivation bleibt also eher erhalten, wenn wir mit kleinen Schritte regelmäßig Erfolg haben auf die wir stolz sein können.

# Schritt 5 Gewohnheiten

Sich regelmäßig bewusst machen welche Gewohnheiten man hat – vor allem diejenigen die uns von unserem Weg abbringen oder uns von unseren Zielen abhalten ist ein wichtiger Inhalt unseres Erfolgstagebuchs. Unsere Erfolgsblockaden festhalten und zu dokumentieren, was uns erfolgreich macht, sind wichtige Faktoren für das nachhaltige Ausbilden der gewünschten Gewohnheiten.

# Schritt 6 Belohnungen bedenken – Erfolge feiern

Die Ziele und die einzelnen Etappen dahin sind definiert. Dies dürfte helfen mit der  Jahresstart-Motivation die eigenen Ziele  verfolgen. Genau hier liegt ein Trugschluss vor. Wenn die anfängliche Begeisterung der Zielfindung und der erwarteten Ergebnisse nachlässt, schwindet auch die Motivation. Auch dauert es meist länger bis die erwarteten Ergebnisse eintreten und die damit einhergehende Belohnung spürbar wird. Unser Gehirn liebt es aber auch kurzfristig belohnt zu werden, daher liegt es an uns bei der Planung der einzelnen Etappen auch regelmäßig Belohnungen zu berücksichtigen.

Schritt 7 Meilenstein-Check

Als letztes: Vereinbaren Sie regelmäßig schriftlich Termine mit sich selbst. An diesen fest reservierten Zeiten nehmen Sie sich Zeit für Ihre persönlichen, beruflichen oder unternehmerischen Ziele, deren Umsetzung und eventuell notwendiger Anpassungen.

Prüfen Sie das Einhalten der einzelnen Etappen und das Feiern der Erfolge!

Zusammengefasst: Unsere Ideen für Ihren Erfolg in 2024:

Den Grundstein für das Gelingen liegt in der Formulierung der Vorsätze. Eine konkrete und verbindliche Formulierung hilft bei der Fokussierung. Motivation lebt von Konkretisierung.

SMART unterstützt bei einer qualifizierten Zielfindung. Dabei lohnt es sich zu prüfen welche Vorsätze/Ziele wir realistisch erreichen können. Ein Aufteilen in Teilziele und Etappen hilft für Übersicht und Verwirklichung. Belohnungen bei Erreichen dieser Teilziele hält die Motivation hoch. Mit diesen Ideen werden Vorsätzen mit leeren Versprechungen zu Vorsätzen  mit echten und erreichbaren Zielen.

Die Potenzialwerkstatt wünscht gutes Gelingen beim Formulieren und Erreichen Ihrer Neujahrsziele. Wir arbeiten als Experten an funktionierenden Lösungen für das Erkennen und Fördern der bestehenden Potenziale in Unternehmen.

Kontaktieren Sie uns gerne für einen Potenzialcheck!

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